Von Frankreich oder von Italien? Der entscheidende Unterschied
Die Grundentscheidung fällt schon auf dem Festland. Ab Italien sind die Überfahrten deutlich kürzer: Livorno nach Bastia gibt Corsica Ferries mit vier bis fünf Stunden an, Savona nach Bastia mit sechs bis sieben Stunden je nach eingesetztem Schiff. Wer aus Süddeutschland, Österreich oder der Schweiz anreist, ist über den Brenner und die italienische Westküste meist schneller am Schiff als über Frankreich.
Ab Frankreich sind die Strecken länger, dafür starten sie von Häfen, die aus Nord- und Westdeutschland gut erreichbar sind. Corsica Ferries fährt ab Toulon, Nizza und Sète, Corsica Linea und La Méridionale ab Marseille. Die Verbindungen ab Sète nach Ajaccio und Île-Rousse laufen als Nachtüberfahrt mit rund 14 Stunden. Das klingt lang, ersetzt aber eine Hotelnacht und bringt dich ausgeschlafen auf die Insel.
Mit dem Auto nach Korsika: was du einplanen solltest
Ein eigenes Fahrzeug ist auf Korsika praktisch Pflicht, wenn du mehr sehen willst als den Umkreis deines Hotels. Der öffentliche Nahverkehr deckt die Insel nur grob ab, und die schönsten Strände und Bergdörfer liegen abseits der Hauptachsen. Alle vier Reedereien befördern Pkw, viele Schiffe auch Wohnmobile und Gespanne.
Rechne die Fahrzeiten auf der Insel großzügig. Korsikas Straßen sind kurvig und oft schmal, Durchschnittsgeschwindigkeiten von 50 km/h sind auf Bergstrecken realistisch. Von Bastia nach Porto-Vecchio ist es über die vergleichsweise gut ausgebaute Ostküste am schnellsten, quer über die Berge dauert dieselbe Luftlinie deutlich länger. Deshalb lohnt es sich fast immer, ein paar Euro mehr für den passenden Zielhafen zu zahlen.
Für Wohnmobile gilt: Die Höhe und Länge des Fahrzeugs bestimmt den Tarif und muss bei der Buchung korrekt angegeben werden. Auf der Insel selbst ist freies Übernachten stark reglementiert. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, plant besser feste Stellplätze ein.
Nachtüberfahrt oder Tagesfahrt?
Auf den längeren Strecken ab Marseille, Sète und teilweise ab Toulon und Nizza bieten die Reedereien Nachtüberfahrten an. Der Vorteil liegt auf der Hand: Du verlierst keinen Urlaubstag und sparst eine Übernachtung. Corsica Ferries nennt für die Nachtverbindungen ab Sète rund 14 Stunden, für Nizza nach Porto-Vecchio etwa zehn bis zwölf Stunden.
Tagesüberfahrten sind vor allem auf den kurzen Italien-Strecken üblich und für Familien angenehmer, weil sich die Zeit an Deck gut überbrücken lässt. Auf Savona nach Bastia und mehreren anderen Strecken hast du laut Corsica Ferries die Wahl zwischen Nacht- und Tagesüberfahrt. Wer nachts fährt und schlafen will, sollte eine Kabine buchen. Die Ruhesessel sind günstiger, aber in der Hochsaison schnell vergeben.
Wann buchen und was sich saisonal ändert
Das Angebot schwankt stark über das Jahr. Mehrere Strecken verkehren nur in der Saison, die Verbindung ab Sète nach Île-Rousse gibt Corsica Ferries etwa mit einer Abfahrt pro Woche von April bis September an. Im Winter schrumpft der Fahrplan auf die Hauptachsen ab Marseille, Toulon, Nizza und Livorno zusammen.
In den Sommerferien sind vor allem die Fahrzeugplätze und Kabinen früh ausgebucht, insbesondere rund um den französischen und italienischen Ferienwechsel Ende Juli und Mitte August. Wer mit Auto oder Wohnmobil in dieser Zeit reist, sollte mehrere Monate vorher buchen. Preise nennen wir hier bewusst nicht: Sie hängen von Saison, Fahrzeuggröße, Kabinenkategorie und Buchungszeitpunkt ab und sind nur im Buchungssystem der Reederei verlässlich.