🌿 Naturparadies Korsika

Naturparks & Schutzgebiete Korsikas

Von der vulkanischen UNESCO-Welterbestätte Scandola über den größten Naturpark im französischen Mutterland bis zum unberührten Désert des Agriates: Rund 40 Prozent Korsikas stehen unter Schutz. Dieser Überblick zeigt dir die wichtigsten Naturparks und Reservate der Insel, wie du sie besuchst und welche seltenen Arten hier leben.

Die wichtigsten Schutzgebiete im Überblick

Sechs Naturschätze, die Korsikas geschützte Landschaften prägen, vom roten Porphyr der Westküste bis zu den Granitinseln im Süden.

Réserve Naturelle de Scandola
Westküste · UNESCO-Welterbe

Seit 1975 Naturreservat, seit 1983 UNESCO-Welterbe: rote Porphyr-Felsen, ausgewitterte Tafoni und eine Küste, die nur per Boot erreichbar ist. Anlanden, Fischen und Biwakieren sind in der Kernzone verboten. Bootstouren starten ab Porto, Sagone und Galéria/Girolata.

Réserve des îles Lavezzi
Bonifacio · Granit-Archipel

Granitinseln aus rund 300 Millionen Jahre altem Gestein, 1982 klassifiziert und 1999 in die Réserve der Bouches de Bonifacio integriert. Hier brüten Korallenmöwe, Kormorane und Sturmtaucher, im Wasser lebt der Zackenbarsch. Tagesausflüge per Boot ab Bonifacio.

Désert des Agriates
Saint-Florent · Küstenwildnis

Das größte vom Conservatoire du Littoral verwaltete Naturgebiet Frankreichs: rund 15.000 Hektar Maquis, Felsen und Buchten. Die Traumstrände Saleccia und Lotu mit weißem Sand und türkisem Wasser liegen mittendrin, verbunden durch den Sentier des Douaniers.

Parc naturel régional de Corse
Inselmitte · Hochgebirge

Gegründet 1972, umfasst der Regionalnaturpark rund 40 Prozent der Insel mit etwa 145 Gemeinden in 11 Mikroregionen. In seinem Inneren ragt mit dem Monte Cinto (2.706 m) der höchste Berg Korsikas auf, ein Refugium für Mufflon und Bartgeier.

Îles du Cap Corse & Finocchiarola
Cap Corse · Vogelschutz

Klassifiziert 2017, schützt das Reservat vor allem die Brutplätze des seltenen Goéland d'Audouin. Die drei Finocchiarola-Inseln sind vom 1. März bis 31. Oktober komplett gesperrt. Blick auf die Inseln gibt es frei vom Plage de Tamarone bei Macinaggio.

Bouches de Bonifacio
Bonifacio · Meeresreservat

Mit rund 80.000 Hektar ist es das größte Naturreservat des französischen Mutterlandes, gegründet 1999 in der Meerenge zwischen Korsika und Sardinien. Ankern in den Posidonia-Seegraswiesen und Fischen sind verboten, um das marine Leben zu schützen.

Warum Korsika ein Naturparadies des Mittelmeers ist

Wenige Inseln im Mittelmeer verbinden so viele Landschaftstypen auf engem Raum wie Korsika. Der Parc naturel régional de Corse, 1972 gegründet und im Juni 1999 erneuert, deckt rund 40 Prozent der Insel ab und reicht von den schroffen Hochgipfeln rund um den Monte Cinto bis zu den maquisbedeckten Küsten. Dazwischen liegen Meeresreservate wie die Bouches de Bonifacio, das mit etwa 80.000 Hektar größte Naturreservat des französischen Mutterlandes, und einzelne Juwele wie die UNESCO-Welterbestätte Scandola mit ihren feuerroten Vulkanfelsen.

Dieser Schutzstatus ist mehr als nur ein Label. Er bewahrt Lebensräume für Arten, die anderswo längst verschwunden sind. Der Fischadler etwa, von dem rund ein Viertel aller Mittelmeer-Brutpaare in Korsika lebt, jagt vor allem an der felsigen Westküste rund um Scandola. Der Bartgeier mit seinem korsischen Namen Altore zählt zu den letzten autochthonen Inselpopulationen Europas und gilt regional als vom Aussterben bedroht. Genau dieser Reichtum macht Korsikas Naturparks zu einem Ziel, das man mit Respekt und guter Vorbereitung besuchen sollte.

Praxistipps für deinen Besuch

💧 Genug Wasser und Sonnenschutz mitnehmen

Auf den Lavezzi-Inseln und im Désert des Agriates gibt es weder Schatten noch Trinkwasser oder Müllentsorgung. Nimm im Hochsommer reichlich Wasser, festen Sonnenschutz mit und trage alles wieder mit dir hinaus.

⛵ Boot statt Wanderschuh für Scandola

Die Kernzone von Scandola ist nur per Boot erreichbar, es gibt keinen Fußweg und kein Anlanden. Plane eine geführte Bootstour ab Porto, Sagone oder Galéria, idealerweise zwischen Mai und Oktober bei ruhigerem Meer.

🐦 Brutzeiten und Sperrungen respektieren

Die Finocchiarola-Inseln am Cap Corse sind vom 1. März bis 31. Oktober für Menschen gesperrt, damit der Goéland d'Audouin ungestört brüten kann. Halte Abstand und beobachte die Inseln vom Festland aus.

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Erlebe Korsikas Schutzgebiete vom Wasser aus, von der Westküste bis zu den Granitinseln im Süden.

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Häufige Fragen

Wie kann man die Réserve de Scandola besuchen?

Ausschließlich per Boot. Es gibt keinen Landzugang in die Kernzone, kein Anlanden, und Fischen, Jagen sowie Biwakieren sind verboten. Geführte Bootstouren starten unter anderem in Porto, Sagone und Galéria/Girolata, meist von Mai bis Oktober bei ruhigerem Meer.

Darf man die Finocchiarola-Inseln am Cap Corse betreten?

Nein. Das Anlanden ist generell verboten, und vom 1. März bis 31. Oktober sind die drei Inseln vollständig für Menschen gesperrt, damit der seltene Goéland d'Audouin ungestört brüten kann. Den Strand und den Blick auf die Inseln genießt du frei vom Plage de Tamarone bei Macinaggio.

Welches Drama ist mit den Îles Lavezzi verbunden?

Am 15. Februar 1855 zerschellte die französische Fregatte La Sémillante bei einem Sturm in der Straße von Bonifacio an den Lavezzi-Felsen. Rund 685 Soldaten und Matrosen kamen ums Leben. An sie erinnern zwei Seemanns-Friedhöfe auf der Hauptinsel, Acciarino mit 118 Gräbern und Furcone mit 124 Gräbern und einer Kapelle.

Welcher Vogel macht Scandola und die Westküste ornithologisch besonders?

Vor allem der Fischadler. Etwa ein Viertel aller im Mittelmeerraum brütenden Fischadler-Paare lebt in Korsika, mit Schwerpunkt an der felsigen Westküste rund um Scandola. Daneben prägen Korallenmöwe und Kormorane die Küstenreservate, und in den Bergen kreist der seltene Bartgeier.

Wie kommt man zu den Stränden Saleccia und Lotu im Désert des Agriates?

Es gibt drei Wege: per Boot-Navette ab Saint-Florent, per 4x4-Shuttle über die raue Piste ab Casta oder zu Fuß über den rund 45 Kilometer langen Sentier des Douaniers. Die Wanderung zwischen Lotu und Saleccia dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden. Da es im Hochsommer sehr heiß und schattenlos ist, sind viel Wasser und Sonnenschutz Pflicht.

Wie groß ist der Parc naturel régional de Corse?

Der 1972 gegründete und 1999 erneuerte Regionalnaturpark umfasst rund 40 Prozent der Insel mit etwa 145 Gemeinden in 11 Mikroregionen. Innerhalb seiner Grenzen liegt mit dem Monte Cinto (2.706 m) der höchste Berg Korsikas, ein Lebensraum für das korsische Mufflon und den Bartgeier.

Erlebe Korsikas Schutzgebiete vom Wasser aus

Die spektakulärsten Reservate der Insel zeigen sich am eindrucksvollsten auf einer geführten Bootstour entlang der roten Felsen von Scandola.

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