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Tierwelt & Natur Korsikas

Korsika ist eine biogeografische Insel mit hohem Endemismus-Grad: rund 2.500 Pflanzenarten, davon etwa 131 streng endemisch, und mehrere Tiere, die es weltweit nur hier gibt. Vom duftenden Maquis im Tiefland bis zu den Lariciokiefern-Wäldern im Gebirge findest du hier Mufflon, Korsenkleiber, Bartgeier, Fischadler und Delfine. Wichtig vorab: Bei Wildtieren sind keine Sichtungen garantiert, viele Arten sind streng geschützt und nur respektvoll aus Distanz zu beobachten.

Korsikas tierische Wahrzeichen im Überblick

Vom scheuen Wildschaf bis zum seltenen Greifvogel: Diese acht Arten und Lebensräume prägen die Natur der Insel und sagen dir, wo und wann du sie am ehesten antriffst.

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Korsisches Mufflon (Muvra)

Das Wappentier der Insel zählt nur noch rund 600 Tiere. Zwei Drittel leben im Asco-Tal, ein Drittel im Bavella-Massiv. Die Jagd ist seit 1956 verboten, das Tier gilt heute als geschützte Säugetierart. In Haut-Asco informiert das Eco-musée du Mouflon et de la Montagne.

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Korsenkleiber (Sittelle corse)

Der einzige endemische Vogel Korsikas kommt weltweit nur hier vor: fast ausschließlich in alten Lariciokiefer-Wäldern in 1.000 bis 1.500 m Höhe. Der Bestand liegt bei rund 2.000 Individuen und ist leicht rückläufig. Gute Chancen hast du in der Forêt de Vizzavona oder im Restonica-Tal.

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Bartgeier (Gypaète barbu)

Stark gefährdet: Nur noch etwa 4 bis 6 Brutpaare und unter 20 Individuen leben rund um den Monte Cinto. Das Schutzprogramm LIFE GYPRESCUE des Parc naturel régional de Corse wildert Junggeier aus, 2022 etwa Pasturellu und Sulana, und unterstützt mit künstlicher Fütterung.

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Fischadler & Scandola

Der Fischadler ist das Wappentier der Réserve naturelle de Scandola an der Westküste (Gemeinde Osani). Das Reservat ist nur per Boot zugänglich und gehört seit 1983 zum UNESCO-Welterbe Golfe de Porto, zusammen mit den Calanche de Piana und dem Golf von Girolata.

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Hermann-Landschildkröte

Die einzige wild lebende Landschildkröte der Insel ist streng geschützt und vom Aussterben bedroht. Das Schutz- und Zuchtzentrum A Cupulatta in Vero (rund 20 km nördlich von Ajaccio) beherbergt über 3.000 Tiere aus etwa 130 Arten. Saison ca. Ende März bis Mitte November.

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Korsischer Rothirsch

Ende der 1960er auf Korsika ausgestorben, wurde der Hirsch ab 1985 durch den PNRC mit Gründertieren aus Sardinien wiederangesiedelt, zuerst in Quenza. Heute leben über 1.000 Tiere auf rund 45.000 ha. Beobachtungsregionen sind unter anderem die Alta Rocca und der Fium'Orbu.

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Delfine & Wale (Pelagos)

Das grenzüberschreitende Pelagos-Sanktuarium schützt Meeressäuger auf rund 87.500 km². Vorkommen sind unter anderem Finn- und Pottwal, Cuvier-Schnabelwal, Grindwal sowie Große Tümmler und Streifendelfine. Beobachtung etwa ab Bonifacio und am Cap Corse, am besten Frühling bis Frühherbst.

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Maquis-Flora (Macchia)

Der duftende Maquis bedeckt rund 40 % der Insel bis etwa 1.000 m Höhe. Typisch sind die Immortelle (Strohblume), die Myrte als Basis des gleichnamigen Likörs, der Erdbeerbaum und rund 42 Orchideenarten. Der Themenpark Saleccia bei Saint-Florent zeigt die Vegetation im Überblick.

Eine Insel der endemischen Arten

Korsikas Natur ist deshalb so besonders, weil die Insellage über lange Zeit eigene Arten hervorgebracht hat. Rund 2.500 Pflanzenarten wachsen hier, davon etwa 131 streng endemisch, und auch bei den Tieren gibt es Bewohner, die es weltweit nur auf Korsika gibt. Der duftende Maquis prägt das Tiefland bis rund 1.000 m, während weiter oben die Lariciokiefern-Wälder beginnen, deren Restbestand unter 16.000 ha liegt.

Genau diese alten Bergwälder sind der Lebensraum des Korsenkleibers, des einzigen endemischen Vogels der Insel. Andere Arten wie das korsische Mufflon und der korsische Rothirsch sind als Unterarten eng an Korsika gebunden, der Bartgeier wiederum ist mit seiner winzigen Restpopulation hochsymbolisch. Viele dieser Tiere sind scheu oder streng geschützt, weshalb respektvolle Distanz und Geduld die wichtigsten Begleiter einer Beobachtung sind.

Praxistipps für die Tierbeobachtung

🌄 Morgens und abends unterwegs sein

Mufflons sind scheu und am ehesten in den frühen Morgen- und Abendstunden an steilen Hängen im Asco-Tal oder am Bavella-Massiv zu sehen. Beachte die Hinweistafeln und Saisonfenster, denn Wege im Asco-Tal sind zum Schutz der Tiere eingeschränkt.

🐢 Schildkröten in Ruhe lassen

Hermann-Landschildkröten darfst du niemals mitnehmen, kaufen oder besitzen, das ist gesetzlich verboten. Ein auf der Straße gefundenes Tier hilfst du höchstens vorsichtig zur Seite, ansonsten gilt: beobachten, nicht eingreifen.

🐬 Abstand zu Meeressäugern halten

Bei Delfinen und Walen im Pelagos-Schutzgebiet gelten Mindestabstände nach dem Verhaltenscodex: nicht direkt anfahren oder bedrängen. So bleibt die Begegnung für Tier und Mensch sicher und entspannt.

Passende Touren auf Korsika

Erlebe Korsikas Natur hautnah bei einer Bootsfahrt nach Scandola, einer Wal- und Delfintour oder einer Erkundung der Küste vom Wasser aus.

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Häufige Fragen

Welche Tiere kann man nur auf Korsika sehen?

Streng endemisch ist vor allem der Korsenkleiber (Sittelle corse), der weltweit nur in den korsischen Lariciokiefer-Wäldern vorkommt. Charakteristisch und eng an die Insel gebunden sind außerdem das korsische Mufflon und der korsische Rothirsch. Der Bartgeier ist nicht endemisch, aber als kleine Restpopulation hochsymbolisch.

Wo sieht man am ehesten Mufflons?

Im Asco-Tal, wo rund zwei Drittel des Bestands leben, und im Bavella-Massiv. Die Tiere sind scheu und am ehesten morgens oder abends an steilen Hängen zu beobachten. Wege im Asco-Tal sind zum Schutz eingeschränkt, achte daher auf Hinweistafeln und Saisonfenster.

Wie kommt man nach Scandola und sieht man dort Fischadler?

Das Reservat ist nur per Boot erreichbar, Touren starten ab Porto, Girolata oder Ajaccio. Fischadler brüten auf den roten Felszinnen und sind das Wappentier des Reservats. Sichtungen sind möglich, aber nicht garantiert, und das Anlanden in der Kernzone ist verboten.

Kann man rund um Bonifacio Delfine oder Wale beobachten?

Ja, das Seegebiet gehört zum Pelagos-Schutzgebiet. Am häufigsten sind Delfine wie Große Tümmler und Streifendelfine, Wale wie Finn- oder Pottwal kommen vor, sind aber seltener und eher auf Hochsee-Touren zu sehen. Die besten Chancen hast du von Frühling bis Frühherbst bei ruhiger See.

Wann ist die beste Zeit für Wildtierbeobachtung auf Korsika?

Wildtiere beobachtest du vor allem von Frühjahr bis Frühherbst. Bootstouren nach Scandola sowie Wal- und Delfintouren sind typischerweise von April bis Oktober unterwegs, der Winter ist die schwächste Saison. Das Schildkröten-Zentrum A Cupulatta hat ungefähr von Ende März bis Mitte November geöffnet.

Was kostet ein Besuch im Schildkröten-Park A Cupulatta?

A Cupulatta liegt in Vero an der N193 zwischen Ajaccio und Vero und beherbergt über 3.000 Tiere aus rund 130 Arten. Laut Tarifseite kostet der Eintritt etwa 14 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Kinder von 5 bis 11 Jahren, unter 5 Jahren ist der Besuch frei.

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