Scandola: Tauchen und Schnorcheln nur außerhalb der Kernzone
Das Réserve Naturelle de Scandola im Golf von Porto ist seit 1975 Naturschutzgebiet und seit 1983 UNESCO-Weltnaturerbe. Der geschützte Kernbereich ist ausschließlich per Boot zugänglich, und das mit reduzierter Geschwindigkeit. Wichtig zu wissen: Baden, Schnorcheln, Tauchen und Fischen sind in dieser Kernzone verboten. Hintergrund ist unter anderem der Schutz des Rotkorallen-Vorkommens und der empfindlichen Höhlen.
Wer hier dennoch unter Wasser gehen möchte, weicht auf die angrenzenden Gewässer außerhalb der Reserve aus, wo Tauchen und Schnorcheln erlaubt sind. Die wilde Kulisse von Scandola lässt sich am besten auf einer Bootstour erleben, die viele Anbieter ab Porto oder Calvi anbieten. So bekommst du die roten Felsformationen und die Vogelwelt zu sehen, ohne gegen die Schutzregeln zu verstoßen.
Kitesurfen auf Korsika: der Süden ist das Revier
Wer auf Korsika kitesurfen will, fährt in den Süden. Zwischen Korsika und Sardinien verengt sich das Meer zur Straße von Bonifacio, und der dabei entstehende Düseneffekt beschleunigt den Wind spürbar. Das macht die Südspitze zum windsichersten Eck der Insel und zum Zentrum der korsischen Kite-Szene.
Der bekannteste Spot ist Piantarella: eine flache, stehtiefe Lagune mit karibisch türkisem Wasser und Blick auf die Insel Cavallo. Weil das Wasser über weite Strecken stehtief bleibt, ist der Spot auch für Fortgeschrittene im Aufbau ideal. Wer mehr Platz braucht, weicht auf die weite Bucht von Santa Manza aus, wo der Wind auflandig steht. La Tonnara und Figari runden das Revier ab.
Im Norden ist die Plage de l'Ostriconi die beste Alternative. Der rund 800 Meter lange Strand bietet viel Platz, und die ersten etwa 60 Meter sind stehtief. Die Sommerthermik in der Straße von Bonifacio setzt etwa ab Mitte Juni ein und hält bis September. Im Hochsommer reicht meist ein Shorty, teilweise sogar Boardshorts.
Windsurfen und Wellenreiten: was realistisch geht
Windsurfen funktioniert auf denselben Spots wie Kitesurfen, also vor allem an der Südspitze rund um Bonifacio und im Golf von Sagone an der Westküste. Die Bedingungen im Süden sind kräftiger, Sagone ist die moderatere Variante und eignet sich besser für Einsteiger und für Familien, bei denen nicht alle aufs Wasser wollen.
Beim Wellenreiten muss man ehrlich sein: Korsika ist kein Surfrevier im Sinne von Portugal oder Frankreichs Atlantikküste. Das Mittelmeer hat keinen verlässlichen Grundschwell, und brauchbare Wellen entstehen nur bei kräftigen Windlagen, überwiegend im Winterhalbjahr an der Westküste. Wer im Sommerurlaub aufs Surfbrett will, ist mit SUP deutlich besser bedient.
SUP dagegen funktioniert fast überall: in den geschützten Buchten der Ostküste, im Golf von Sagone, bei Pinarello im Südosten und an ruhigen Morgenstunden praktisch an jedem Strand. Boards lassen sich vielerorts stundenweise mieten.
Segeln und Bootstouren entlang der Küste
Korsika ist ein klassisches Segelrevier, unter anderem weil die Häfen dicht liegen und die Westküste landschaftlich zu den spektakulärsten des Mittelmeers zählt. Yachthäfen gibt es unter anderem in Bastia, Saint-Florent, Calvi, Ajaccio, Propriano, Bonifacio und Porto-Vecchio. Wer ohne eigenen Törn unterwegs ist, kommt über Tagesausflüge an dieselben Küstenabschnitte.
Die bekanntesten Bootstouren führen zur UNESCO-Reserve Scandola und in die Calanche di Piana an der Westküste sowie zu den Lavezzi-Inseln im Süden. Startpunkte sind meist Porto, Calvi, Ajaccio und Bonifacio. Für die Bucht von Saint-Florent gibt es zusätzlich Shuttle-Boote zu den Stränden Lotu und Saleccia, die auf dem Landweg nur über eine Piste erreichbar sind.
Ein Hinweis zur Planung: Der Mistral kann die Westküste kurzfristig unfahrbar machen, weshalb Bootstouren dort öfter kurzfristig abgesagt werden als im geschützteren Osten. Lege solche Touren möglichst nicht auf den letzten Urlaubstag.
Wassersportschulen, Ausrüstung und Sicherheit
An den Hauptspots im Süden, in Sagone, an der Ostküste und bei Ostriconi gibt es in der Saison Wassersportstationen, die Material vermieten und Kurse anbieten. Weil sich das Angebot von Jahr zu Jahr ändert, nennen wir hier bewusst keine Namen und keine Preise. Die Tourismusbüros vor Ort haben aktuelle Listen.
Beim Tauchen gilt der übliche Nachweis: Brevet und je nach Basis ein aktuelles Logbuch oder ein ärztliches Attest. Für Canyoning in der Bavella wird Schwimmfähigkeit und eine gewisse Grundfitness vorausgesetzt, üblicherweise ab etwa zehn Jahren.
Wichtig für alle Unterwasser-Aktivitäten: In der geschützten Kernzone des Reservats Scandola sind Baden, Schnorcheln, Tauchen und Fischen verboten. Der Bereich darf nur per Boot und mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden. Tauchen und Schnorcheln sind in den angrenzenden Gewässern außerhalb der Reserve möglich.
Saison, Wassertemperatur und Anreise zu den Spots
Die Tauch- und Schnorchelsaison läuft von Mai bis Oktober, die besten Bedingungen mit warmem Wasser und klarer Sicht herrschen von Juni bis September. Die Wassertemperaturen liegen im Sommer bei etwa 22 bis 26 Grad. Für Kite- und Windsurfer setzt die Sommerthermik in der Straße von Bonifacio etwa ab Mitte Juni ein und hält bis September; im Hochsommer reicht oft ein Shorty oder sogar Boardshorts.
Die Anreise hängt vom Revier ab. Die Tauchbasen und Kite-Spots im Süden erreichst du über Bonifacio und Porto-Vecchio, Scandola und die Kajak-Touren über Porto oder Calvi, das Canyoning in der Bavella über Solenzara oder Zonza. Auf die Insel kommst du per Fähre nach Bastia, Ajaccio, Calvi, Porto-Vecchio oder Île-Rousse oder per Flug nach Bastia, Ajaccio, Calvi oder Figari.