Die korsische Backtradition ist eng mit der Kastanie verbunden, die über Jahrhunderte als Grundnahrungsmittel diente. In Bäckereien und Konditoreien der Insel triffst du deshalb auf Spezialitäten, die du in dieser Form sonst kaum bekommst. Wer das Innere der Insel besucht, etwa die Castagniccia, sollte sich Zeit für die lokalen Backwaren nehmen.
Das bekannteste Mitbringsel sind Canistrelli, trockene, längliche Kekse aus Mehl, Olivenöl und Weisswein. Sie gibt es in vielen Varianten, klassisch mit Anis oder Zitrone, ebenso mit Mandeln, Haselnüssen oder Kastanienmehl. Weil sie lange haltbar sind, eignen sie sich gut als Souvenir. Beim Fiadone handelt es sich um einen Käsekuchen aus frischem Brocciu, dem korsischen Frischkäse, abgeschmeckt mit Zitronenschale und einem Schuss Eau-de-vie. Er kommt ohne Boden aus und schmeckt am besten frisch. Da Brocciu saisonal hergestellt wird, ist Fiadone vor allem im Frühling besonders gut zu finden.
Aus Kastanienmehl entstehen weitere Klassiker. Migliacci sind herzhafte bis leicht süsse Fladen, die je nach Region unterschiedlich ausfallen und oft mit Brocciu zubereitet werden. Daneben lohnt sich der Blick auf Pain de châtaigne, also Brot mit Kastanienmehl, sowie auf einfache Kuchen, die das nussig-süsse Aroma des Mehls aufnehmen. Bäckereien findest du in fast jedem grösseren Ort wie Bastia, Ajaccio, Calvi, Corte oder Porto-Vecchio. Für die ländlichen Spezialitäten lohnt sich ein Stopp bei kleinen Dorfbäckereien und auf Wochenmärkten, wo Produzenten Brocciu, Kastanienmehl und hausgemachtes Gebäck direkt anbieten. Frag vor Ort ruhig nach der Saison, denn viele Produkte hängen von der Verfügbarkeit von Brocciu und frischem Kastanienmehl ab.