Korsika besitzt neun geschützte Herkunftsbezeichnungen (AOC), die sich von der Nordspitze bis in den Süden ziehen. Patrimonio war 1968 die erste anerkannte AOC der Insel, daneben stehen Ajaccio, Figari, Sartène, Calvi sowie die regionalen Lagen Coteaux du Cap Corse, Muscat du Cap Corse und die übergreifenden Bezeichnungen Vin de Corse und Vin de Corse mit Gemeinde-Zusatz. Geprägt werden die Weine vor allem von drei einheimischen Rebsorten.
Im Norden um den Golf von Saint-Florent liegt Patrimonio auf Kalkböden und gilt als Hochburg des roten Nielluccio, der eng mit dem toskanischen Sangiovese verwandt ist. Die Region Ajaccio an der Westküste setzt dagegen auf den eleganten, würzigen Sciaccarello, der auf den Granitböden rund um die Inselhauptstadt gedeiht. Ganz im Süden bringen Figari und Sartène kräftige Rote und Rosés hervor, während Calvi im Nordwesten zwischen Bergen und Meer für ausgewogene Weine aller drei Farben bekannt ist.
Die wichtigste weiße Rebsorte ist Vermentinu (auch Malvoisie de Corse genannt), aus der frische, oft leicht salzig wirkende Weißweine entstehen, die gut zu Fisch und Meeresfrüchten passen. Wer die Weine vor Ort probieren möchte, findet entlang der AOC-Gebiete zahlreiche Familienweingüter mit Direktverkauf; eine Verkostung lässt sich gut mit einer Tour durch Patrimonio oder die Hügel um Ajaccio verbinden. Achten Sie beim Kauf auf das AOC-Siegel auf dem Etikett, es kennzeichnet Herkunft und kontrollierten Anbau.