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Korsika Info und Rundreise Tips (Retro)

 

    Also zunaechst einmal:

  • Dies soll kein Onlinereiseführer oder so etwas sein. Es gibt so viele tolle Reiseführer, gerade auch  zum Thema Korsika. Warum sollte ich alles was darin geschrieben steht abschreiben ?
  • Jeder, der schon ein.- oder mehrmals Korsika besucht hat, wird über diese Informationen lachen. Er hat sicher schon seinen Lieblingsort oder Campingplatz gefunden. Also weiter surfen - viel Spaß!
  • Die Anderen können ja nun die Infos lesen und mir nach Ihrem hoffentlich gelungenen Urlaub ein E-Mail schicken. 
  • Oder Sie tragen sich gleich hier im Gaestebuch ein!

 

Ajaccio

Ajaccio ist eine sehr impulsive Stadt! Nicht so sehr wegen der hohen Einwohnerzahl, eher weil die da ihre südländisch extreme Art bis zum Excess treiben. Also keine riskanten Fahrmanöver oder gar drängeln.

Meine Lieblingsstadt ist Ajaccio nicht gerade, hier die Gründe: Ich komme nach Ajaccio immer über die idylische Küste von Norden und habe dann Probleme mit dem Tempo in dieser Stadt. Es gibt wohl ein sehr gutes Nachtleben, dafür keinen gut gelegenen Campingplatz. Einer im Norden an der Küste, hier wurde ich Zeuge eines Motorraddiebstahls! Ich würde mit dem Mietwagen erst einmal raus aus der Stadt in Richtung Süden fahren (der Flugplatz liegt eh außerhalb).

 

Nach Propriano

Hier stellt sich gleich die Frage nach der besseren Straße, denn es gibt zwei Straßen nach Propriano.

Die eine führt sehr Zeitaufwendig an der Küste entlang. Diese ist sehr anstrengend zu fahren, belohnt aber gleich mit Blick auf Ajaccio von der anderen Seite der Bucht. Ajaccio sieht von hier ein bißchen wie das korsische "Rio de Corse" aus. Hier liegt auch der Ort Porticcio mit gutem Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten. Schön ist der Ort zwar nicht gerade, aber es gibt eine gute Busverbindung nach Ajaccio. Es folgen weitere schöne Blicke auf kleine Buchten, dann steigt die Straße an einem Kamm hinauf und führt in das Taravo Tal. Bekannt ist dieses Tal durch die Ausgrabungen von Filitosa. Recht große Menhire (5000 Jahre alt !) mit eingearbeitenden Gesichtern. Es steht sicher viel im Reiseführer ! Von Filitosa bietet es sich an, die kleine Küstenstraße nach Propriano zu nehmen.

Die andere Straße ist besser ausgebaut, es gibt aber nichts sehenswertes. Filitosa kann aber auch über diese Straße gut erreicht werden (vor Petrete rechts ab). Die Wahl der Straßen hängt für euch sicher Stark vom Ziel des ersten Tages ab.

 

Propriano

Bei der Einfahrt in Propriano liegen gleich die vorhandenen Campingplätze. Sie sind leider sehr weit entfernt von Proprianos Innenstadt, auch der in der Bucht gelegene Strand ist einfach schlecht (das war nicht immer so!). Direkt vor der Stadt liegen einige der schönen kleinen Grabhäuser.

Als Übernachtung bietet sich hier wirklich ein Hotel an. Ich Zelte ja und Fahre dann aber lieber auf die andere Seite der Bucht. Propriano bietet sich auch als ein auf dem Weg gelegenes "Tages-trip-ziel" an, aber Vorsicht: Ajaccio ist weit weg und die nächste Stadt Sartene ist schön und romantisch, liegt aber weit ab von Meer und Strand. In Propriano es gibt eine ganz tolle Hafenstraße mit Cafes und Bars. Bei einem Cafe oder 33" lässt sich hier das Treiben in dieser Straße super beobachten ! Auch einige tolle Strände (am Flugplatz) sind da. Die vielen unübersichtlichen Einbahnstraßen müßt ihr da natürlich in kauf nehmen.

 

Von Sartene nach Bonifacio

Nach Sartene geht es den Berg hinauf, gut ausgebaute Straße. Unmittelbar vor Sartene gibt es die Möglichkeit die Stadt zu umfahren. (Vorsicht beim Stopschild, hier steht oft die Polizei). In Sartene gibt es einen kleinen Kirchplatz, natürlich auch hier die Möglichkeit kurz einzukehren (!).

Nach Sartene geht es den Berg hinunter, schöne Wälder liegen rechts und links. Genießt sie, denn innerhalb kürzester Zeit sind die Bäume verschwunden und karge Steinhänge überwiegen. Es geht den Roccapina Paß hinauf, oben befindet sich eine kleine, ich nenne es mal Einkehre namens "Loisis du Lion". Vor Jahren einmal mit dem Fahrrad oben angekommen, haben wir ein 33" getrunken. Dies mache ich nunmehr immer beim überqueren dieser Paßhöhe! Schöne Aussicht auf den Felsen "Löwe des Roccapina".

Nun beginnt das Arizona Korsikas, die Straße zieht sich durch ein weites Tal. Hinter jedem zweiten Felsen könnte man John Wayne vermuten. Ich habe dieses Tal aber auch schon bei Regenwetter durchquert, leider sind in diesem Fall die Gedanken an Arizona und den wilden Westen nicht vorhanden gewesen. Die Straße geht wieder Richtung Meer und gibt erste Blicke auf Bonifacio frei.

 

Bonifacio

Alles wirklich wichtige über Bonifacio sollte in eurem Reiseführer stehen. Dennoch einige Worte. Der Besuch dieser Stadt ist Pflicht. Die Lage am Abgrund der Felsen ist einfach wahnsinnig!

Die Stadt ist geteilt in Unterstadt am fjordähnlichen Naturhafen gelegen und die Oberstadt auf dem Felsen zum Abgrund hin. Die Fahrt nach oben ist möglich, auch die Hafenpromenade kann befahren werden, ist aber sehr zeitaufwendig. In den engen kleinen Gassen ist Parken fast nicht möglich, auch die Stellplätze an den Steigungen sind meist vergeben. Am besten ganz durch die Stadt durch zum alten Friedhof, hier befindet sich ein großer Parkplatz. Auch hier besser keine wertvollen Dinge im Auto lassen. Der Friedhof liegt oben über dem Hafen und ist (noch) ein kleiner Insidertip. Die Art, Größe und Vielzahl dieser Grabhäuserergeben zusammen eine richtiges kleines Dorf mit Hauptstraße und Dorfplatz. Riesige Mengen schöner und bunter Blumengebinde machen diesen Friedhof zum 2. schönsten der Insel.

Zum Inneren der Stadt sind es nur einige Minuten, es gibt jede Menge kleine Gassen und riesige Mengen, diesmal aber Andenkengeschäfte und Touristen. Irgendwie findet ihr sicher eine kleine Gasse zum eigentlichen Abgrund mit dem Blick auf das tiefunten und tiefblaue Meer. Bei guter Sicht auch auf Sardinien. Wieder raus aus der Stadt gibt es noch einen guten Aussichtspunkt, diesmal Bonifacio mit den hellen Klippen auf denen sich die Stadt befindet. Der alte Deutsche Luftabwehrbunker. Es gibt wieder zwei Wege: Einen Fußweg von der Oberstadt (Ausschilderung Richtung Leuchtturm Pertusato folgen) oder eine Straße. Diese beginnt am Ende des Naturhafens, am "Timmy" Laden vorbei in richtung Golfe von Santamanza (Für Surfer ein gutes Gebiet!) dann rechts ab der Straße zum Leuchtturm Pertusato folgen. Vorsicht! Die Straße ist schmal und geht gefährlich am Abgrund entlang, sollte bei vorsichtiger Fahrweise aber kein Problem darstellen. In einer Linkskurve wird der Bunker rechts sichtbar. Auch die Überreste der Bunkeranlage sind diese Fahrt sicher wert. Die Staße führt weiter zum alten Leuchtturm (nicht verwechseln mit dem Turm der Schiffskontrolle), nimmt aber in der Straßenqualität merklich ab. Dennoch, die Sicht auf das nahe Sardinien und der alte Turm lohnt. Die Hotels der Stadt kenne ich nicht, Campingplätze gibt es zwei: in einer kleinen Steinbruchartigen mulde an der Ortseinfahrt (zu Fuß in die Unterstadt 5 min.) und etwas weiter entfernt richtung golfe von santamanza.

 

Die Ostküste

Sehr beeindruckend finde ich stets den wunderschöne Blick von der Küstenebene auf die Adlernest-Dörfer hoch oben auf den Bergspitzen. Auch die schönen Strandabschnitte mit den tollen Jachthäfen und den gut ausgebauten Tourismusanlagen haben natürlich etwas reizvolles. Ich kenne die Ostküste aber einfach zu wenig um gute Tips abzugeben. Ostküste ist für mich irgendwie gleichbedeutend mit Schnell von Süd nach Nord oder umgekehrt. Und wenn dann doch mal, möglichst in die Nähe um Aleria der guten Straße nach Corte wegen, oder Moriani Plage der Castagniccia wegen. Oder wieder ganz im Norden am Etang de Biguglia (Bastia). In Porto Vecchio gibt es sehr schöne Badebuchten Nördlich und Südlich der Stadt. Mir wurde schon oft der Golfe di Sogno empfohlen, ich war aber (bis jetzt) nie da. Kurz noch ein paar Worte zur Straße N198. Anfangs bis Porto Veccio noch richtig schön, später flach, schnell zu befahren (was insbesondere die Korsen auch tun). Bis auf die mitunter störenden Kreisverkehre. Von der schnellen N198 gibt es immer wieder Stichstraßen zur Küste mit Camping.- und auch FKK-Anlagen und natürlich auch Strand und Meer.

 

Corte

Von Aleria an der Ostküste über eine gut ausgebaute Straße zu erreichen. Die Fahrt aber dennoch Zeit und Schweißtreibend. Eben mal kurz hin und zurück geht fast nicht. Also entweder früh aufstehen oder besser einige Tage in Corte bleiben. Anfangs fehlt etwas in der Stadt, es ist das Meer, das bei einer Umfahrung der Insel ja immer gegenwärtig ist. Aber dennoch ist Corte eine tolle Stadt. Sie steht eben nicht für Meer und Strand sondern für Wandern, frische Luft und Flüsse.

Als erstes fällt der Spitze Berg mit der wohl als Krone aufgesetzten Zitadelle auf. Eine Besichtigung der Zitadelle sollte trotz Eintrittspreis schon sein, erfährt man von den dort Beschäftigten doch gleich einiges über die einzige Universität Korsikas, die sich in Corte befindet. Die Beschäftigten sind meist studierende an dieser Uni. Anschließend eine kleine Tour durch die immer recht lebendige Innenstadt Cortes.

Corte ist, wie fast alle Städte im Landesinneren, ein guter Wanderstützpunkt. Es gibt gute Wanderungen im schönen Restonica-Tal: z.B. zu den 3-Seen oder in das Rotondo Massiv. Auch das nebenan liegende Tavignanotal ist wunderschön. Ein weiteres Highlight für Korsika-Wanderer ist das Asco-Tal, dass auch nur unweit entfernt liegt.

Wenn ich kurz Werbung machen darf: Der Velbinger Reiseführer "Korsika" beschreibt diese Wanderwege vorbildlich, es gibt keine Hochglanzbilder edler Kirchenvergoldungen darin, dafür aber jede Menge nützliches Reise-Know-How.

Von Corte zurück zur Ostküste gibt es verschiedene Möglichkeiten

 

  • Den gleichen Weg zurück

 

  • Über die schnelle N193 via Ponte Leccia und Casamozza

 

  • Oder die wilde Kurvenfahrt durch die Castagniccia

 

 

Die Castagniccia

Ein großes Waldstück in dem sich sicher das Comic-Abenteuer des grossen Galliers ereignet hat. Es gibt dichte Kastanienwälder und immer wieder tauchen neue Dächer und Kirchtürme von kleinen verschlafenen Dörfern auf. Die Straßen sind sehr Kurvenreich, zeitaufwendig und doch traumhaft schön. Hier fährt man nicht um von A nach B zu gelangen, hier fährt man um zu fahren. Kaum zu glauben, daß das befahren einer solchen Strecke so entspannend wirken kann. Einzig die hinter jeder 5. Kurve auf der Straße stehenden Wild-Haus-Schweine sowie die hinter jeder 2. Kurve lauernden Wild-Auto-Korsen sorgen für Aufregung J .

 

Bastia

Was soll ich schreiben ? Ich kenne die Stadt ja kaum.

Bastia, nach Ajaccio die 2. der großen Städte auf Korsika. Ich war oft schon in dieser Stadt. Meine Fähre der Corsica-Ferries bzw. Moby Lines legt hier meistens an und wieder ab. Bei der Ankunft in Bastia verfolge ich schon seit Jahren die Devise "Raus, bloß schnell raus hier!" Genau das Gegenteil vor der Rückfahrt. Ich finde mich einige Tage vor der Rückfahrt auf einem Campingplatz nahe Bastia ein um noch möglichst viel dieser pulsierenden Stadt aufzunehmen. Wie oder wann auch immer ihr in diese Stadt kommt ist ja eigentlich egal. Wenn Ihr von Süden, durch diese unschönen langgezogenen Industrie-Vororte kommt, haltet ihr euch in Bastia angekommen am besten immer am Meer entlang Richtung Hafen. Es geht dann unten am Meer durch einen Tunnel in dem die Abgase eine richtige Nebelbank bilden und dennoch kein Korse je das Licht seines Autos anschalten würde J . Ich parke mein Auto meist auf dem Gelände der Fährgesellschaften am Hafen, einfach den Schildern der Fährlinien folgen. Von dort sind es nur einige wenige Gehminuten in das Innere der City. Ärger oder gar eine Verwarnung habe ich hier nie bekommen.

Zu den Sehenswürdigkeiten: Schaut in den Reiseführer! Und schaut euch den alten Hafen an, er ist sicher die Atraktion Bastias. Er liegt so ziehmlich genau unterhalb des Abgastunnels. Also vom parkenden Auto aus gesehen zurück nach Süden. Einen schönen Blick auf Bastia und den südlich gelegenden Etang gibt es bei der evtl. Weiterfahrt in Richtung St. Florent via Patrimonio (guter Wein in Patrimonio!). Diese Straße beginnt gut ausgeschildert am Fährhafen.

 

Cap Corse - Der St....finger Korsikas

Was alle Korsisten sagen und in jedem Reiseführer steht "Korsika im kleinen"

Eine Rundfahrt um das Cap ist wunderschön, aber auch hier gilt wieder: Die Fahrtzeit nicht unterschätzen. Besser keine Zeit als Ziel setzen und die Fahrt geniesen. Jede Menge kleine Dörfer am Meer und auf den Bergspitzen im Landesinneren. Anfangs von Bastia kommend hat noch alles ein bißchen Vorstadt-Charakter, dies ändert sich aber mehr und mehr. Die schöneren Dörfer gibt es sicher auf der Rückfahrt oder beim Blick auf die Karte, der linken Seite. An der Nordspitze angekommen gibt es noch einen kleinen Feldweg zur wirklichen Nordspitze Barcaggio. Hier fährt irgendwie keiner hin, wohl der schlechten Straße wegen. Es ist auch nur ein kleiner Ort, wenige Häuser. Sehr schön aber der Postkartenblick auf die vorgelagerte kleine Leuchtturminsel. Nach der Umfahrung des Cap Corse oder auch direkt von Bastia kommend ist ein Stop in Patrimonio empfehlenswert. Hier soll es (auch ich finde das) den besten korsischen Wein geben. Aber vor dem Einbunkern erst einmal testen! Der Wein aus Patrimonio wird auch auf der ganzen Insel bis hin zum "Super U" verkauft, also nichts übers Knie brechen.

 

Saint Florent

In einer weiten Bucht liegt Saint Florent. In all meinen Korsika-Trips ist diese Stadt die einzige, die ich immer besucht habe. Ich liebe den Abendlichen Blick auf die Stadt vom Strand des Campingplatzes gegenüber. Diese Stadt hat schon was, keine bekannten Sehenswürdigkeiten. Aber irgendwie. Mit der Fähre in Bastia angekommen zieht es mich zuerst nach St. Florent. Meist verbringe ich hier den ersten Abend des Korsika-Urlaubes und diese Freude verbindet mich wohl mit dieser Stadt, wie auch immer. Andere mögen darüber lachen! Die sollten dann aber den Fischern am Hafen ein wenig über die Schultern schauen und danach eines der zahlreichen Restaurants besuchen. Wer dann keinen Fisch mag und Pizza bestellt, wie ich selbst, ist selber schuld.

Von St. Florent geht es dann weiter in die Balagne. Es bieten sich zwei sehr unterschiedliche Varianten an:

 

  • Zurück nach Bastia, dann über N193 / N197 via Ponte Leccia

 

  • Durch die wilde Desert des Agriates

 

 

Desert des Agriates

Eine richtige Wüste durch die Ihr da kommt, die höchsten Temperaturen Korsikas werden hier erreicht. Und dabei liegt diese Gegend doch fast ganz im Norden der Insel. Vorsicht! Genügend Wasser mitnehmen und hier nicht nur an die eigentliche Fahrtzeit denken, es könnte ja auch mal eine Panne geben und wenn der kühlende Fartwind dann einmal nicht mehr da ist wird es schnell unerträglich.

Von der Straße führen öfters kleine Feldwege in schlechtem Zustand zu wunderschönen Sandbuchten mit wirklichen Traumstränden. Diese bleiben aber doch meist den Schiffen vorbehalten, da die Wege nur mit einem Jeep, Geländemotorrad oder einem MTB'ler mit Höchstleistung zu befahren sind. Nach etwa 40 Kilometern trifft die Straße dann auf die D81 und es geht wieder weiter der Küste entlang. Hier in diesem Bereich sind noch die schweren Wasserschäden der starken Regenfälle vor einigen Jahren zu erkennen. Damals stürzte der gesamte Hang incl. der Straße in das Meer.

 

Die Balagne

Für mich eine der schönsten Regionen Korsikas. So denken natürlich viele und daher nimmt der Tourismus in dieser Gegend langsam auch sehr große Formen an. Wären die in dieser Gegend überall gut sichtbaren Aktionen der FLNC nicht gelaufen, "Loret de Mar" lässt grüßen!

Die Balagne besteht im Kern aus den Städten I'lle Rousse und Calvi, beide Städte sind einfach super! Hinzu kommt das wunderschöne Hinterland, das sich in einer einmalig schönen Autofahrt erkunden lässt.

 

 

Basis-Lager Balagne

Die N197 verläuft nach I'lle Rousse der Küste entlang. Die Straße ist super ausgebaut und führt über Algajola und dem weit oben am Berg liegenden Lumio nach Calvi. Da diese Straße recht hohe Geschwindigkeiten zulässt und sich die Fahrtzeiten dadurch verkürzen, reicht meist ein Ausgangspunkt um die Balagne zu erkunden. Darüber hinaus fährt die kleine korsische Eisenbahn der Küste entlang die meisten Orte und Campinplätze zwischen Calvi und I'lle Rousse direkt an. Die Fahrt mit dieser Eisenbahn ist ein wirkliches Highlight! Es empfiehlt sich daher eine Übernachtungsmöglichkeit mit nähe zu einem Bahnstop zu suchen. Ein Campingplatz mit Bahnstop und Strandabschnitt ist zum Beispiel Camping Bodri. Weitere befinden sich in Sant Ambroggio und am endlos langen Stadtstrand von Calvi. Natürlich gibt es in diesen Orten auch eine große Anzahl von Hotels mit Nähe zu einem Bahnstop.

 

 

I'lle Rousse

 

Einfach unbeschreiblich diese Stadt, schaut sie euch an. Keine wirklichen Sehenswürdigkeiten, die ganze Stadt ist eine. Ein wenig wie St. Florent, aber doch alles viel größer und lebendiger. Der Stadt vorgelagert ist ein in der Mittagssonne rot leuchtender Felsen, auf dem sich der sicherlich schönste Leuchtturm der Insel befindet. Der Felsen ist mit dem Festland verbunden, so das sich ein kleiner Ausflug zum Turm anbietet. Ein großer Platz in der Mitte der Stadt in dem sich Clacier, Bar und Restaurant um die Kundschaft streiten. Ein toller Markt unter einer fast schon römisch anmutenden Bedachung. Abends dann überall Musikanten und ein angenehmes Windchen vom nahen Meer. Dazu das klappern der Eisenbahn am kleinen Stadtstrand, einfach super.

Parkplätze gibt es an der Hauptstraße N197 beim Postamt, sowie direkt am Leuchtturm.

 

Calvi

Die Hauptstadt der Balagne und auch sicherlich die größte Stadt der Balagne.

Was in I'lle Rousse die Leuchtturminsel ist, ist hier die auf dem Berg liegende Zitadelle. Dem Berg zu Fuße liegt der Hafen und etwas weiter oberhalb die lange Einkaufsmeile Calvis. Beide Straßen sind nur in eine Richtung befahrbar. Parkplätze gibt es oben am Fuß der Mauer der Zitadelle sowie von Lumio kommend auf dem Gelände des Super U's. Vom letzteren aber noch ein ganzes Stück zu Fuß! Mit etwas Glück findet man auch einen Parkplatz in der City. Viel Sehenswertes in Calvi, ein Blick in den Reiseführer lohnt sich also. Alles überragend die Zitadelle, deren enge verwinkelte Gassen abzulaufen einfach Spaß macht. Hinzu kommt die tolle Aussicht über die Bucht von Calvi. Im Berg über der Bucht erkennt man die kleine Kapelle "Madonna Della Serra". Von dieser Kapelle ist die Aussicht über die Bucht von Calvi grandios. Die Zufahrt ist recht leicht zu finden: Auf die Straße in Richtung Porto, nach einigen Kilometern außerhalb Calvis kommt eine kleine Straßenkreuzung mit dem Wegweiser zur Kapelle. Die Straße führt dann unschön an der Müllkippe vorbei zur Kapelle. Oben in der Zitadelle Calvis sind weite Teile gesperrt, da hier die französische Fremdenlegion ihr Stammdomizil hat. Sie laufen oft durch die Straßen und sind leicht an den roten Schulterbesen zu erkennen. Ein weiteres Highlight dürfte der Gang über die Hafenpromenade sein. Tolle Jachten auf der einen Seite, Restaurants und Bars auf der anderen Seite. Zur Zitadelle hin die Bar le Tour, le Bar des Amour. Hier treffen sich Spieler und Fans des lokalen Fußballvereins FC Calvi.

 

Fahrt durchs Hinterland der Balagne

Eine Traumhaft schöne Straße mit immer wiederkehrenden Aussichtspunkten führt oben an den Berghängen entlang durch wunderschöne Dörfer.

Von Calvi auf der N197 nach I'lle Rousse zurück, ungefähr am Stadtrand ist eine Kreuzung mit der Ausschilderung nach Corbara und San Antonio. Dieser Ort San Antonio ist das Aushängeschild des Hinterlandes der Balagne und gleichzeitig Ausgangspunkt dieser Fahrt. Wie ein Adlernest liegt der Ort auf einer Bergspitze. In den engen Gassen zu laufen oder besser zu klettern macht riesig Spaß! Die Sicht auf I'lle Rousse ist wunderschön. Dem Ort vorgelagert ist die kleine Kirche des Ortes. Ich denke, in San Antonio läuft der kleinste Hobby-Fotograf zur Höchstform auf.

Die Straße führt dann Richtung Süden, immer am Hang der Berge klebend! Es gibt immer wieder Straßen die zu Tale führen, das eigentliche Ziel sollte aber der Ort Calenzana sein. Dieser Ort ist der Ausgangspunkt des großen und bekannten Wanderweges GR-20 der Diagonal durch Korsika führt! Die Straße führt dann wieder Talwärts am Flughafen Calvis vorbei und trifft wieder auf die N197. Der Verlauf dieser Tour hört sich etwas verwirrend an, ein Blick auf die Karte dürfte aber genügen um die Fahrt zu genießen. Für mich übrigens die schönste Rundfahrt auf Korsika.

 

Wanderung im Foret de Bonifato

Ein wunderschönes und sehr gut erschlossenes Wandergebiet im Hinterland von Calvi. Sehr einfach zu finden, von Calvi zum Flughafen. Am Flughafen vorbei fahren und den Schildern fogen. Die Straße folgt einer großen Schlucht, es gibt immer wieder beeindruckende Blicke in das wilde Tal hinunter. Im Foret angekommen endet die Straße an der Refuge. Hier auch Zimmer! Die Wanderwege beginnen ebenfalls an der Refuge. Eine aufgestellte Karte erklärt die Wege. Anfangs dem wilden Fluß entlang, hier staut sich aufgrund der Felsen immer wieder das Wasser auf. Einem Badetag in eiskaltem Wasser steht also nichts im Wege.

 

Nach Porto

Es gibt zunächst zwei Straßen nach Porto, beide führen nach Galeria eine schöne Stadt am Meer. Die Straße im Landesinneren ist etwas schneller zu befahren, die andere führt an der Küste entlang und gibt natürlich die schöneren Blicke frei. Die Straße durchs Landesinnere zweigt in der Nähe des Flughafens ab. Die Küstenstraße direkt am Parkplatz von Calvis Zitadelle.

Ab Galeria wird es dann so richtig gnadenlos für Fahrer und Beifahrer. Die Straße wird enger und die Abgründe immer tiefer - langsam fahren. Insbesondere vor den Kurven, da sie nicht einzusehen sind. Einige Stops der tollen Aussicht wegen, sind dem Blick während der Fahrt sicher vorzuziehen!

 

Porto

Ein schöner Genuesenturm der seit zwei Jahren sogar bestiegen werden kann und eine lange Straße an der sich Geschäfte und Restaurants wie Perlen an einer Kette aufreihen. Dies ist Porto. Porto besticht sicher nicht durch die Stadt selbst, sondern die Gegend in der die Stadt liegt. Die Calanche. Porto bietet auch gute Übernachtungsmöglichkeiten und 3 Campinplätze.

 

Die Calanche

Ein rot schimmernde Klippenkette die je nach einfallendem Sonnenlicht wunderschön strahlt. Natürlich sind verschiedene Wanderungen bis hin zur Mehrtageswanderung möglich. Eine kleine Wanderung ist in dieser Gegend sicherlich Pflicht: Sie dauert etwa 45 min. und führt zum Schloß (chatèau). Der Einstieg ist nicht ganz einfach zu finden. Einige Kilometer nach Porto kommt in einer engen Linkskurve der Parkplatz beiderseits der Straße, vielleicht wurde ja inzwischen ein Schild aufgestellt.

 

Von Porto nach Ajaccio

Die Straße angelt sich nun von Porto auf die Höhen der Calanche in den Ort Piana und führt dann durch die Orte Cargese und Sagone immer der Küste entlang bis nach Ajaccio. Auf dieser Strecke gibt es immer wieder wunderschöne Buchten, Übernachtungsmöglichkeiten und Zeltplätze. Sollten wirklich noch einige Tage des Urlaubes übrig sein, so dürfte es ein Leichtes sein hier an der Küste ein ruhiges Plätzchen zu finden und bei einem guten Glas korsischen Rotweines den Urlaub zu beschließen.

 

 

Andreas Leininger am 07.05.99

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